In Turi2 las ich, was nicht überrascht hat. Und Du – die Community von Web.de und Gmx wird Ende August beendet. Die Entwicklung dürfte niemand überraschen, der die Entwicklung des Netzwerks inklusive der Versuche der Belebung beobachtet hat.
Google Trends liefert dazu deutliche Daten. Es hat nicht sollen sein ist sicher nicht falsch als Statement, aber auch nicht die ganze Lehre, die aus diesem Fehlschlag gezogen werden kann. Das Community nicht von oben verordnet werden kann – wie turi2 Oliver Samwer zitiert – ist sicher richtig. Aber ist das auch eine ausreichende Erklärung? So richtig diese Aussage auch ist, trifft sie nur einen Teil der Wahrheit.
Jede Community wurde und wird dem Markt zur Entscheidung vorgelegt. Mal geht der Daumen hoch, mal geht er runter. Warum er hoch geht, oder runter, ist sicher nicht immer sofort nachvollziehbar. An der Technik allein kann es nicht immer gelegen haben. Es gibt social networks die sind erfolgreich, aber alles andere als auf dem neuesten Stand. Und es gibt Versuche, die technisch aktuell waren.
Die beliebteste Erklärung ist die simpelste. Social Networks funktionieren, wenn dort viele aktive Mitglieder sind. Das ist so nachvollziehbar wie widersprüchlich, denn damit hätte eigentlich kein Startup eine Chance (gehabt). Jeder hat nun mal klein angefangen.
Ein wesentlicher Unterschied, der gern übersehen wir, ist der Zeitpunkt, an dem eine neue Community an den Start geht oder ging. Vor ein paar Jahren musste einfach nur die Technik einigermassen funktionieren und man boomte. Heute würden die VZs mit dem was sie an Technik bieten, keinen Blumentopf gewinnen. Braucht es deshalb einen technischen Overkill, wenn man eine neue Community starten will? Nicht wirklich, wie das Beispiel wer-kennt-wen.de belegt. Dort erschloss man eine noch nicht erschlossene Zielgruppe. Dafür reichte das rudimentäre Leistungsportfolio von wkw.
Was aber, wenn man keine ausreichend große unerschlossene Zielgruppe identifiziert hat? Was aber, wenn die Phase der ersten Markterschließung durch ist?
Soziales Netzwerk oder Community?
Ein Lösungsansatz dieses Problems liegt in einer präziseren Definition der Inhalte. Wer sein soziales Netzwerk als Plattform für die Kommunikation positioniert, tut sich deutlich schwerer, wenn die Zielgruppe bereits mit ausreichenden Plattformen für die Kommunikation versorgt ist. Wenn ich nur telefonieren will und einen Provider habe, kann ein zweiter mit der gleichen Leistung eigentlich nur über den Preis einsteigen. Wenn der Preis Null ist, fällt dieser Einstieg auch weg.
Der Unterschied zwischen sozialem Netzwerk und Community liegt in einer Gemeinsamkeit, die die Community ausmacht. Mit anderen Worten – die Community nutzt ein soziales Netzwerk als Kommunikationsplattform, definiert sich aber über ihre Gemeinsamkeit.
Die aktuell tonangebenden sozialen Netze verfügen zwar bereits über viele Interessengruppen, diese sind aber in ihrer Qualität und ihren Möglichkeiten technisch nicht immer auf dem Stand des Netzwerks oder sie werden in ihrer Bedeutung für die Zukunftssicherung nicht erkannt und gepflegt. Auch das ist nicht nur eine technisch zu lösende Aufgabe.
Reason why der Community – welchen zusätzlichen Nutzen stiftet ein neues Projekt?
Für neue Projekte stellt sich als Messlatte die Frage, warum jemand zusätzlich Mitglied in einer weiteren Community werden soll. Wer auf diese Frage keine überzeugende Antwort hat, sollte zumindest noch einmal über sein Projekt nachdenken. Ähnliches gilt für bestehende, heute noch erfolgreiche soziale Netze, wenn sie an ihre Zukunft denken.
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