Die neue JIM Studie des medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest ist verfügbar. Sie finden Sie mit anderen wichtigen Studien in diesem Blog und direkt beim mpfs.
Über die Studie
Seit 1998 untersucht der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest mit der Langzeitstudie Jugend, Information, (Multi-)Media den Medienumgang der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von 1200 Jugendlichen und wurde von ENIGMA GfK in Wiesbaden durchgeführt. Nachfolgend auszugsweise einige wichtige Ergebnisse.
Freizeitverhalten – medial und non-medial
Das non-medial Freizeitverhalten von Jugendlichen hat sich nicht verändert:
- Mit Freunden treffen (88%),
- Sport treiben (70%)
- Chillen (ausruhen und nichts tun) (66%)
sind die wichtigsten Freizeitaktivitäten geblieben, die mehrfach in der Woche ausgeübt werden.
Das mediale Freizeitverhalten der Jugendlichen wird vom Fernsehen und Internet in gleichem Umfang bestimmt. Handy und MP3-Player folgen in geringem Abstand diesen Medien.
Unterschiede in der Nutzung der Medien nach Geschlechtern
Rangreihe der Bedeutung der Medien für Jungen
- Internet
- Musik hören
- Fernsehen
Rangreihe der Bedeutung der Medien für Mädchen
- Musik hören
- Internet
- Handy
Informationsverhalten und Themeninteressen
Mit zunehmendem Alter steigt das Interesse an Themen aus dem Zeitgeschehen, persönlichen Problemen, Themen rund um Ausbildungsplatz und Beruf, Politik und lokalen Konzerten.
Für knapp die Hälfte der Themen wird das Internet als bevorzugte Informationsquelle genannt. Dies betrifft insbesondere
eigene Probleme, Musik, Ausbildung und Beruf, Internetthemen, Computer und Konsolenspiele
sowie das Handy und Konzerte vor Ort.
Das Fernsehen punktet beim aktuellen
Zeitgeschehen, Bundespolitik, Sport und Stars. Die Zeitung zeigt ihre Stärke im Lokalen
und der politischen Berichterstattung. Sie ist bei Lokalpolitik das am meisten genannte Informationsmedium,
bei lokalen Konzerten und Bundespolitik kommt die Tageszeitung an
zweiter Stelle. Beim Thema „Mode“ informieren sich Jugendliche an erster Stelle in Zeitschriften.
Internetnutzung
Von 2007 auf 2009 hat sich die Anzahl der Jugendlichen die das Internet täglich oder mehrmals in der Woche nutzen von 77% auf 90% erhöht. Dieser Zuwachs zeigt sich durch alle Altersgruppen, Schularten und bei Jungen und Mädchen.
Das Internet wird primär zur Kommunikation (Instant Messenger, Mail) und für den Austausch in Online Communitys genutzt.
Interessant ist die relative hohe Verbreitung von Web 2.0 Aktivitäten Jugendlicher über die Communitys hinaus.
Online Communitys
Nutzungsentwicklung
Von 2008 auf 2009 ist die intensive Nutzung von Online Communitys noch einmal deutlich angestiegen. Die Zahl der Jugendlichen, die Online Communitys täglich oder mehrfach in der Woche nutzen, stieg von 57% in 2008 auf 72% in 2009. Dieses hohe Wachstum in der intensiven Nutzung binnen eines Jahres zeigt sich in den unterschiedlichen Altersstufen, Schularten und bei beiden Geschlechtern.
Die Nutzung von Communities hat sich im Medien-Alltag stark habitualisiert.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich also nicht nur die generelle Nutzung deutlich erhöht, auch der gestiegene Anteil an Intensivnutzern macht die erhöhte Bindungskraft deutlich.
Verbreitung der Plattformen
Fragt man die Jugendlichen, welche Communities sie nutzen, dann werden durchschnittlich 1,5 Angebote genannt.
- „SchülerVZ“ (42%)
- „StudiVZ“ (6 %)
- „wer-kennt-wen“ (6 %)
- „Kwick“ (3 %)
- „ICQ“ (3 %)
- „SchülerCC“ (3 %)
- „Lokalisten“(2 %)
- „MySpace“ (2 %)
„SchülerVZ“ verliert bei den 18- bis 19-Jährigen deutlich an Attraktivität (29 %), diese Altersgruppe wechselt dann verstärkt zu „StudiVZ“ (19 %) oder zu anderen Plattformen wie „wer-kenntwen“ (6 %) oder „MySpace“ (5 %) oder „MeinVZ“ (4 %).
Private Inhalte
Weniger als die Hälfte der jugendlichen Community Nutzer schränken den Zugang zu privaten Informationen ein (46%).
Online Shopping Jugendlicher
Die Hälfte der Jugendlichen (50%) hat bereits Produkte oder Dienstleistungen für sich oder andere im Internet gekauft. Bei den 18-19 Jährigen sind dies bereits 73%.
Die wichtigsten Bezugsquellen sind ihrer Bedeutung nach
- ebay (53%)
- Amazon (47%)
- Otto (12%)
- H&M (5%)
Bei den Bezugsquellen gibt es große Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen.
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One Response to Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland
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[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Wilfried Schock, Jan-Hendrik Senf erwähnt. Jan-Hendrik Senf sagte: Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland http://ow.ly/Hg4Z [...]